Wieder vermehrt Wildunfälle
Sommerzeit sorgt für mehr Wildbegegnungen auf den Straßen

Seit Jahresbeginn hat die Polizei im Polizeipräsidium Rostock über 1.320 Wildunfälle registrieren müssen, davon allein 620 Wildunfälle auf den Straßen des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Insgesamt wurden zehn Verkehrsteilnehmer verletzt. Erst vergangene Woche ist bei Pinnow eine Autofahrerin einem Wildschwein ausgewichen und kam dabei von der Fahrbahn ab. Sie musste verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Am Fahrzeug entstand ein geschätzter Sachschaden in Höhe von 2.000 Euro. Mit der Zeitumstellung auf die Sommerzeit müssen sich Kraftfahrer insbesondere im morgendlichen Berufsverkehr wieder auf mehr Wildwechsel einstellen. Durch das Vorstellen der Uhren starten viele Berufspendler ihren Weg zur Arbeit nun wieder in der Dunkelheit bzw. in der Dämmerungsphase. Gerade zu dieser Zeit sind viele Wildtiere zur Futtersuche unterwegs und überqueren dabei auch vielbefahrene Straßen. Angesichts der Tatsache appelliert die Polizei zur vorausschauenden und defensiven Fahrweise. Insbesondere in der Dämmerung ist das Wildunfallrisiko am Höchsten.
Die R+V - drittgrößter Kfz-Versicherer in Deutschland - verzeichnet im Jahr 2024 insgesamt Schäden in Höhe von rund 80 Millionen Euro durch Wildunfälle. Besonders gefährlich sind die Monate April und Mai. In dieser Zeit kollidieren Autos überdurchschnittlich oft mit Wildtieren. "Ein Blick in unsere Statistik zeigt ganz deutlich: Vor uns liegt die gefährlichste Zeit in Sachen Wildunfälle", sagt Roland Richter, Kfz-Experte bei der R+V Versicherung. Am wenigsten Wildunfälle verzeichnet die Versicherung im Februar. "Danach steigen die Zahlen sprunghaft an", erklärt Richter. "Im April gibt es rund 50 Prozent mehr Wildunfälle als im Februar. Im Mai sind es sogar 60 Prozent mehr als im Februar." Aber warum kollidieren die Autos in diesen Monaten so oft mit Rehen, Wildschweinen und Co? "Nach der winterlichen Fastenzeit sind die Tiere im Frühjahr verstärkt auf Futtersuche und deshalb aktiver", erklärt Richter. "Der Hauptgrund sind aber Revierkämpfe." Nach den ruhigeren Sommermonaten beobachtet die R+V im Herbst erneut steigende Unfallzahlen. Dann fressen sich die Tiere ihren Winterspeck an und sind wieder vermehrt unterwegs. Über das ganze Jahr 2024 hinweg hat die R+V bei ihren Versicherten Schäden in Höhe von rund 80 Millionen Euro durch Wildunfälle verzeichnet. Die meisten der Unfälle passieren in der Abend- und Morgendämmerung. Besonders vorsichtig sollten die Autofahrer an den Übergängen zwischen Wald- und Feldzonen sein. "Taucht ein Reh oder ein Wildschwein vor einem Auto auf, sollte man auf keinen Fall ausweichen", warnt der Kfz-Experte. "Die Kollision mit einem Baum oder dem Gegenverkehr ist für den Menschen viel gefährlicher als der Zusammenprall mit dem Tier." Richter rät Autofahrern, die Warnschilder vor Wildwechsel ernst zu nehmen und ihre Fahrweise anzupassen: "Wenn Wild auf der Straße oder am Straßenrand auftaucht, das Fernlicht abblenden und langsam fahren."