Malchower Turn-AG "Rhönrad"
Fleesenseeschule Malchow mit besonderem Sportprojekt

Seit Beginn dieses Schuljahrs trainieren Schüler der Turn-AG der Fleesenseeschule Malchow an zwei Rhönrädern. Die Arbeit an den großen Rädern schule den Gleichgewichtssinn und gebe den jungen Sportlern Selbstvertrauen, sagt AG-Leiterin Manuela Weiße. „Möchte man am Rhönrad dauerhaft erfolgreich sein, ist aber vor allem Körperspannung das A und O“, so die Sportlehrerin. Johannes verlagert in einem der beiden Räder sein Körpergewicht rhythmisch nach links und rechts und erlebt, wie das Turngerät folgt. Seine AG-Kollegin Luisa steigt in das andere Rad und richtet sich darin aus, während Leiterin Manuela Weiße ihre Haltung korrigiert. Auf der Bank am Rand warten schon Hanna und Anna, die bisher innerhalb der Turn-AG an anderen Geräten trainiert haben und sich heute das erste Mal ins Rad trauen wollen. Alle Jungen und Mädchen – in der AG-Liste sind 24 verzeichnet – sind bei dem Ganztagsangebot der Fleesenseeschule am Dienstagnachmittag mit Eifer bei der Sache.
„Die Turn-AG gibt es schon lange. Aber am Rhönrad sind wir erst seit Schuljahresbeginn aktiv“, berichtet Manuela Weiße, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Anja Peters die Arbeitsgemeinschaft leitet. Die Sportlehrerin stammt aus Nordrhein-Westfalen und war früher selbst Rhönradsportlerin und Rhönradtrainerin. Die Kenntnisse für diesen Sport brachte sie also bereits mit – fehlten nur noch die Räder „Zufällig erfuhr ich, dass beim TSV Röbel zwei gebrauchte Rhönräder stehen, die derzeit niemand nutzt. Die haben wir ausgeliehen.“ Rhönräder gibt es in unterschiedlichen Größen. Auch die beiden in der Turnhalle der Fleesenseeschule haben verschiedene Durchmesser und sind nicht perfekt an die Körperhöhe von Kindern angepasst, die die Klassen fünf bis sieben besuchen. Wer mit welchem Rad am besten klarkommt, hängt somit auch ein wenig vom Zufall ab. Ein Rhönrad besteht aus zwei parallelen Metallreifen, die durch eine Reihe Sprossen für Hände und Füße zusammengehalten werden. Idealerweise kann man darin geradestehen und die entsprechenden Sprossen bequem erreichen, ohne sich beugen zu müssen. Nicht alle Jungen und Mädchen in der AG wagen sich ins Rad, erzählt Manuela Weiße.
„Aber es gibt auch welche, die nur deshalb hier sind.“ Diese bildet die Sportlehrerin nach der Erwärmung in drei Bereichen aus: Arbeit im rollenden Rad, Aufspringen und „Tellern“. Bei letzterem bringt man das Rhönrad durch gezielte Körperverlagerung dazu, nur auf einem der beiden Reifen zu kreiseln. Eine nicht ganz einfache Übung, die aber zeigt, welche Fähigkeiten man am Rhönrad schult: Gleichgewichtssinn, Körperkontrolle, Selbstvertrauen. „Möchte man den Sport professionell ausüben, ist Körperspannung das A und O“, meint Manuela Weiße. Auf diesem Niveau sind ihre jungen Sportler noch nicht. Doch sie haben bereits beim Tag der offenen Tür im Januar gezeigt, was sie gelernt haben. Das motiviert. Der nächste Auftrittstermin der Rhönrad-AG wird voraussichtlich das Sommerfest der Fleesenseeschule Ende Juli sein. „Dafür studieren wir dann ein kleines Programm ein“, kündigt die AG-Leiterin an.