Aqua Regia Park kurz vor dem Aus

Es ist wieder einmal ein Beispiel für unzureichende Planung und drohendes Scheitern: Das Hotelprojekt direkt an der Müritz, das 90 Millionen Euro kosten soll, steht dank eines bisher nicht vorgelegten Finanzierungsmodells des Investors kurz vor dem Aus. Jahrelang war das gesamte Konstrukt akribisch geplant worden, doch am Ende könnte es nun also wieder einmal am Geld scheitern. Alle Details und wie es weitergeht verraten die folgenden Zeilen.
Was einst auf dem Papier so toll ausgesehen hatte, könnte nun an der Umsetzung in die Realität scheitern. Das Tourismus-Projekt in Waren, das den schönen Namen „Aqua Regia Park“ trägt, hat zahlreiche Probleme vor der Brust. Hauptsächlich geht es um die Finanzierung der immensen Kosten. Ein 90-Millionen Projekt – dahinter steht keine Einzelperson. Denn solch eine Investition wäre tatsächlich nur mit den richtigen Eurojackpot-Zahlen machbar. Finanziert werden sollte das Ganze von dem Investor Gregor Schmidt, der für die RP Entwicklungsgesellschaft mbH mit Sitz in Radolfzell tätig ist:
- Ein schlüssiges Finanzierungsmodell hat dieser bisher nicht vorgelegt
- Die entsprechende Frist sollte eigentlich schon am 31. Dezember 2018 ablaufen
Die Frist war in einer extra anberaumten Sondersitzung noch einmal verlängert worden, da man dieses Projekt unter keinen Umständen platzen lassen wollte. Hauptattraktion des Aqua Regia Parks soll nämlich ein spezieller, 35 Meter hoher Tauchturm sein – der größte, der sich in ganz Deutschland finden ließe.
Planung von Luxushotel und Tauchturm
Doch nicht nur der Tauchturm soll ein waschechtes Highlight des Aqua Regia Parks darstellen, sondern obendrein noch ein Luxushotel besonderer Güte. Insgesamt soll dies 140 Zimmer beherbergen und sternförmig angeordnet sein. Noch unklar ist, ob es ggf. auch ein Schwimmbad geben könnte, denn dies ist aus städtischen Mitteln derzeit nicht finanzierbar. Der Stadtpräsident sagte hierzu: „Der Betrieb würde rund 800.000 Euro im Jahr kosten, das würde die Stadt selbst nicht schaffen.“
Schwimmbäder sind bei etlichen Bürgern beliebt, da sie sich optimal mit weiteren Wellness-Angeboten kombinieren lassen. Was der Plan zum Bau des Aqua Regia Parks nämlich auf jeden Fall vorsieht, ist die Unterbringung der folgenden Dinge:
- Veranstaltungszentrum
- Angebote für Therapie und Wellness
- Kurse mit Pferden
Die Gründe dafür, warum bis dato kein schlüssiges Finanzierungskonzept vorgelegt worden ist, sind unterschiedlich. Investor Schmidt sagte, dass es bereits zwei Modelle zur Finanzierung gegeben habe, diese allerdings beide nicht akzeptiert worden seien. Doch damit nicht genug: Diverse Experten in Sachen Tourismus zweifeln ohnehin an der tatsächlichen Umsetzbarkeit des gesamten Projekts.
Schlechte Stimmung unter Verhandlungspartnern

All die genannten Umstände führen natürlich nicht gerade dazu, dass die Stimmung unter den Verhandlungspartnern gut ausfällt. Schwer wiegt vor allem der Kritikpunkt, dass das Projekt keinen klaren Fokus aufweist und insgesamt auch sehr breit gefächert ist. Denkbar wäre theoretisch nämlich auch eine Förderung durch das Land gewesen, welche allerdings an der mangelnden Konkretisierung scheitert. Darüber hinaus wurde die Stimmung aller am Projekt beteiligten Personen auch dadurch verschlechtert, dass Schmidt bereits mit der Geltendmachung eines Schadenersatzes in Höhe von zwei Millionen Euro gedroht hat.
- Schmidt verwies im Rahmen dessen auf seinen bisher getätigten Planungsaufwand
- Er besteht darauf, dass der Optionsvertrag zusammen mit dem dazugehörigen Vorkaufsrecht verlängert wird
Von Seiten der Stadt will man es derzeit allerdings nicht auf eine Klage ankommen lassen. Bürgermeister Möller sagte, man wolle diese in jedem Fall abwenden. Rein städtepolitisch wäre dies auch empfehlenswert, denn es ist davon auszugehen, dass die letztliche Realisierung des Aqua Regia Parks auch der Stadt Waren (Müritz) und der gesamten dazugehörigen Region auf touristischer Ebene weiterhelfen wird. Ob das Projekt aber tatsächlich umgesetzt wird oder nicht, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen.