Andreas Sprick zieht Bilanz auf Stadtvertretersitzung
Sehr geehrter Präsident der Stadtvertretung, sehr geehrte Stadtvertreterinnen und Stadtvertreter, liebe Bürgerinnen und Bürger, meinen heutigen Bericht möchte ich gern mit einem kleinen sportlich-kulturellen Rückblick beginnen. Im vergangenen viertel Jahr zeigte sich unsere kleine Stadt wieder sehr umtriebig.
Der TSV 90 Röbel organsierte wieder in hervorragender Weise den diesjährigen Dancecup, der seine überregionale Strahlkraft von Veranstaltung zu Veranstaltung weiter steigert. Das wurde mir unter anderem auch vom Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock, Herrn Rune Madsen, bestätigt, der den Wettkampf als Privatperson und Betreuer seit einigen Jahren kennt, aber auch Vergleiche zu ähnlichen Veranstaltungen in Norddeutschland ziehen kann! Ich denke, dass nicht nur ich persönlich, sondern auch der Verein selbst und seine Freunde, sich auf das nächstjährige Jubiläum, welches dann schon das 20. ist, freuen. Liebe Stadtvertreter, in dem euch bereits vorliegenden Sitzungs- und Veranstaltungskalender für 2020, ist der Termin bereits fest verankert. Plant das bitte mit ein, es lohnt sich wirklich!
Der Röbeler Weihnachtsmarkt läutete standesgemäß die Adventszeit ein! Damit eine solche Veranstaltung in dieser Form gelingen kann, bedarf es eines immensen Engagements in der Planung und Vorbereitung, welches die privaten Organisatoren unserer Stadt mit zunehmender Professionalität umsetzen.
Auch die sehr beliebten Seniorenweihnachtsfeiern im Haus des Gastes waren wieder kurzweilige Nachmittage mit weihnachtlichem Kinderprogramm, Kaffee und Tanz.
Musikalisch anspruchsvoll waren auch die Weihnachtskonzerte der Blaskapelle Röbel in der Aula des Schulcampus sowie das der Außenstelle der Kreismusikschule im Haus des Gastes. Nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle auch unsere Chöre, die wieder stimmungsvoll die Nicolaikirche erhellten.
Besonders gefreut habe ich mich, dass wir es geschafft haben, noch so kurz vor Weihnachten einen Bücherflohmarkt der Stadtbibliothek durchzuführen. Ich bin mir sicher, dass da das eine oder andere Geschenk noch gefunden werden konnte. Hierfür mein ausdrücklicher Dank an alle Beteiligte, die sich dieser Herausforderung gestellt haben.
Tourismus
Wenn wir über Tourismus sprechen, fällt immer wieder auf, dass wir keine absolute Statistik zu Rate ziehen können. Die Zahlen des Statistischen Landesamtes für den gewerblichen Bereich der Vermietungen liegen immer ein Quartal hinter dem Jahresverlauf. Private Vermieter unterliegen (außer gegenüber dem Finanzamt) keiner besonderen Meldepflicht. Ob die Tourismussaison letztlich erfolgreich war oder nicht, können wir daher immer nur an internen Kennzahlen festmachen.
Ein Indikator ist hier die Kurabgabe. Die maßgeblichen Zahlen müssen auf Grund von Satzungsänderung jedoch ein wenig differenzierter betrachtet werden: 2015 - auch in der Nachbetrachtung ein überaus erfolgreiches Tourismusjahr - gab es Einnahmen in Höhe von knapp 125.000 Euro. 2016 waren 115.000 Euro. In 2017 wurde der Zeitraum der Abgabe um den April und den Oktober verlängert. Hier konnten wir 121.000 Euro vereinnahmen. In 2018 startete das überregionale Mobilitätsangebot von „Müritz rundum“. Dies zum Anlass nehmend, wurde per Satzungsänderung ein Mobilitätsbeitrag von 50 Cent pro kurabgabepflichtige Übernachtung beschlossen. Diesem bereits sehr erfolgreichen Vorjahr mit Einnahmen von ca. 164.000 Euro stehen diesjährig 202.000 Euro gegenüber. Dieses beachtliche „Plus“ resultiert neben einer gestiegenen Zahl von Übernachtungsgästen auch aus der stetigen Kontrolle und Durchsetzung der Kurabgabesatzung durch unsere Tourist-Information. Nach heutigem Stand wird es in diesem Jahr erstmals möglich sein, auf Ordnungswidrigkeitsverfahren gegenüber unseren Vermietern verzichten zu können. Eine positive Entwicklung, die wir auch konsequent weiterbefördern. Dies war, ist und bleibt auch zukünftig ein Schwerpunkt der täglichen Arbeit der Kolleginnen und Kollegen im Haus des Gastes. Ein weiterer ist natürlich die Betreuung der Gäste vor Ort. Im Jahr 2018 wurde das Serviceangebot von 36.000 Menschen genutzt. Ende November waren es diesjährig bereits über 38.500.
Immer wieder steht die Frage im Raum, was denn nun mit der Abgabe der Gäste passiert. Neben der Sicherung des Gästeservices – unter anderem die Vermittlung von Unterkünften, die Betreuung der Gastgeber, Verkauf von Kartenmaterial, Angelkarten, Souvenirs etc. durch die Tourist-Information, entstehen weitere Kosten für das Stadtmarketing inklusive unserer Internetseite. Ein großer Teil des Marketings steht im Zusammenhang mit der Erstellung vom Gastgeberkatalog, dem Gästepass, dem Veranstaltungskalender sowie der gemeinsamen „Aktiv-Broschüre“ unter dem Banner der „Müritz plus – Kooperation“. 2019/2020 lag/liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Erstellung von neuem Videomaterial (Imagefilm/Teaser). Die Dreharbeiten hierzu sind bereits abgeschlossen. Das Stadtmarketing beinhaltet natürlich auch die technische Unterhaltung zur Abwicklung der Buchungen. Konkret unterhalten wir hier ein Buchungssystem mit dazugehöriger Buchungsstrecke für die Homepage. Hier wechseln wir zum kommenden Jahr, wegen Kündigung durch den Anbieter, das System. Damit einher geht auch die weitere Professionalisierung der Kurabgabe. Mit der Firma AVS werden wir, als regionale Lösung, zur nächsten Saison zusätzlich die Online-Verwaltung als Option für unsere Gastgeber einführen. Dies vereinfacht nicht nur die Zahlungen, sondern verbessert auch die Möglichkeiten der weiteren Kontrolle und spart zudem eine immense Menge Papier. Weiterhin wird die Kurabgabe für
- Begrüßungsveranstaltungen
- ermäßigte Dia-Vorträge und Stadtführungen
- ermäßigter Eintritt bei weiteren ausgewählten Veranstaltungen
- Heimatstuben mit stadtgeschichtlicher Ausstellung (gebührenfrei)
- Stadtgalerie/Bürgergarten
- Bibliotheksbenutzung (gebührenfrei)
- ermäßigter Eintritt in der MüritzTherme
- Historischer Stadtrundgang mit Faltblatt
sowie anteilig für die Pflege, Wartung, Reinigung und Unterhaltung der öffentlichen Parks, Promenaden, Rad- und Wanderwege usw. verwendet. Hinzu kommt die kostenfreie Nutzung unseres kleinen Stadtverkehres und die der Busse von „Müritz rundum“ sowie die kostenfreie Nutzung der Lade-Infrastruktur für die E-Bikes am Rathaus und am Haus des Gastes.
ÖPNV
Kurz zur Verdeutlichung: pro kurabgabepflichtige Übernachtung werden zusätzlich zur eigentlichen Kurabgabe 0,50 Cent Mobilitätsbeitrag erhoben. Diese (Mehr-) Einnahmen fließen auch vollständig in den ÖPNV zurück. 0,41 Cent gehen in das Verkehrsprojekt von „Müritz rundum“; 9 Cent verbleiben jeweils für den Stadtverkehr als anteilige Gegenfinanzierung, neben den Fahrpreiseinnahmen und den Zuschüssen von Drittmitteln. Das bedeutet natürlich auch, dass hier unsere Beiträge steigen, wenn auch insgesamt mehr Geld über die Kurabgabe vereinnahmt wird. So gehen im nächsten Jahr ca. 56.000 Euro in das Projekt „Müritz rundum“. Eine auch für uns deutliche Steigerung, die sich aber auch in den Fahrgastzahlen widerspiegelt. Im Startjahr 2018 nutzen schon über 88.000 Gäste das Verkehrsangebot, in diesem Jahr fast 104.000 - ein beachtliches „Plus“ von 17%. In etwa doppelt so hoch, nämlich 34,2%, fiel die Mehrnutzung des Kleinen Stadtverkehres aus, der sowohl mehr Gäste, als auch Einheimische beförderte. Eine erfreuliche Tendenz mit über 4200 Beförderungsfällen, die uns zeigt, dass unsere Anstrengungen rund um das Thema nachhaltige Mobilität und Daseinsvorsorge bei unseren Bürgerinnen und Bürgern und touristischen Gästen honoriert werden.
Kämmerei
Haushalt 2020
Der Haushalt für das Jahr 2020 ist aufgestellt. Sowohl der Ergebnishaushalt als auch der Finanzhaushalt sind ausgeglichen. Es wird jedoch eine Rücklagenentnahme notwendig, um die umfangreichen Investitionsmaßnahmen der Stadt umsetzen zu können. Die Stadt Röbel/Müritz verfügt aber weiterhin über eine gesicherte finanzielle Leistungsfähigkeit (RUBIKON: grün).
Der Finanzausschuss wird sich im Januar 2020 mit dem Haushalt beschäftigten. Die Beschlussfassung ist dann für den Februar vorgesehen.
Finanzausgleichsgesetz 2020
In den Haushalt eingearbeitet sind bereits die Zahlen des neuen Finanzausgleichsgesetzes. Das Gesetz soll im März 2020 durch den Landtag beschlossen werden.
Die vorliegenden Zahlen lassen erkennen, dass sich die Stadt Röbel/Müritz innerhalb der nächsten 3-4 Jahre finanziell verschlechtern wird.
Erwartet werden geringere Landeszuweisungen in Höhe von ca. 400.000 €. Gleichzeitig kommt es aufgrund einer Systemumstellung im FAG zu einer Steigerung der Kreisumlage. Die höhere Umlage wird für einen Übergangszeitraum bis 2022 per Gesetz abgesenkt. Nach dem Auslaufen dieser Übergangsphase wird die Umlage wieder in voller Höhe fällig.
Die gestern vom Kreistag beschlossene Senkung der Kreisumlage um ca. 2%-Punkte stellt in diesem Zusammenhang einen ersten Schritt zur Entlastung der Kommunen dar. Sobald der Landkreis seine eigenen Konsolidierungsverpflichtungen erfüllt hat, muss die weitere Absenkung der Kreisumlage konsequent aber eingefordert werden.
DigitalPakt Schulcampus Röbel
In den letzten sechs Monaten haben sich der Schulleiter des Schulcampus und die Verwaltung intensiv mit dem DigitalPakt beschäftigt. Es wurden Medienentwicklungspläne und Medienbildungskonzepte geschrieben und eine Vielzahl von technischen Geräten getestet. Durch diese intensive Vorarbeit war es möglich, bereits wenige Tage nach Veröffentlichung der Förderrichtlinie einen Förderantrag beim Land zu stellen. Der Förderbescheid soll am Mittwoch (18.12.) offiziell durch die Bildungsministerin (Frau Bettina Martin) übergeben werden. Damit ist die Röbel die erste Kommune in Mecklenburg-Vorpommern, die Geld aus dem DigitalPakt erhält.
Kasse
Der Kassenbestand der Stadt Röbel/Müritz hat sich in den vergangenen Monaten positiv entwickelt. Am 16.12.2019 standen ca. 5,3 Mio. € liquide Mittel zur Verfügung. Diese werden nicht nur für die laufenden Ausgaben (Personal, Unterhaltung, etc.), sondern vor allem auch für Investitionsmaßnahmen benötigt (z.B. Straßenbau, FFw-Fahrzeuge, Grundschul- und Begegnungszentrum etc.).
Jahresabschluss 2017
Der Jahresabschluss 2017 wurde in den letzten Tagen fertiggestellt. Die Prüfung durch den Rechnungsprüfungsausschuss wird zeitnah beginnen. Ziel der Kämmerei ist es, den Jahresabschluss auf der ersten Stadtvertretersitzung in 2020 zu beschließen.
Ordnungsamt
Der Verkehrssmiley im Bereich der Bahnhofstraße hat erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen aufgezeigt. Aufgrund dieser negativen Auswertung wurde durch das zuständige Ordnungsamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte das Aufstellen des „Blitzeranhängers“ veranlasst. Im Zeitraum vom 25. November bis einschließlich 01. Dezember erfolgte in der Bahnhofstraße das Erfassen von Geschwindigkeitsüberschreitungen. Es wurden insgesamt 772 „Raser“ im Bereich der Schule geblitzt. Auch zukünftig ist im Bereich der Stadt Röbel/Müritz verstärkt mit Geschwindigkeitskontrollen zu rechnen. Der „Smiley“ musste leider aufgrund eines Auslesedefektes zur Reparatur eingeschickt werden. Er ist wieder voll funktionstüchtig und wird vorerst, bis Jahresende, in der Bahnhofstraße Verkehrsüberschreitungen anzeigen und den Autofahrer freundlich auf das Reduzieren der überhöhten Geschwindigkeit hinweisen.
Die Fahrzeuge des Bauhofes sind auf den Wintereinsatz umgerüstet und die Lager mit ausreichend Streumitteln gefüllt. Nun könnte sich das Wetter auch von der winterlichen Seite zeigen, zumindest in der Weihnachts- oder Ferienzeit - wir sind vorbereitet!
Weiterhin wurden 25 neue Papierkörbe im Stadtgebiet aufgebaut. Das Müllaufkommen aus den städtischen Papierkörben betrug bisher 170 m3. Statistisch gesehen ist das wieder eine ca. 10%ige Steigerung zum Vorjahr, ein Trend der seit Jahren anhält. Die Ursache sehen wir in den nach wie vor steigenden „to go“ - Verkäufen aber auch in unvernünftigen Bürgern und Urlaubern, welche ihren Hausmüll oder Gelben Sack in unseren Papierkörben entleeren.
Auch auf dem städtischen Friedhof haben wir ständig erhöhte Entsorgungskosten. Zum einem liegt es daran, dass die gewünschte Trennung von Grünschnitt und Reststoffen nicht beachtet wird und zum anderen, dass auf dem anonymen Grabfeld in Größenordnung Kränze, Gestecke und Kerzen abgelegt werden, was ganz klar gegen unsere Friedhofssatzung verstößt.
Für die Blumenrabatten musste auf Grund der Trockenheit im Jahr 2019 ein erhöhter Pflegeaufwand betrieben werden. Um das Wässern der Pflanzen und Bäume effizienter umzusetzen, wurde zusätzlich ein entsprechender Wassertank mit Pumpe angeschafft.
Die Spielplätze im Stadtgebiet wurden regelmäßig besichtigt und nach Bedarf instandgesetzt. Ich meine, sie befinden sich in einem guten Zustand. In diesem Zusammenhang möchte ich auch erwähnen, dass die durch eine Durchörterung entstandene „Quelle“ am Elefantenspielplatz durch den Schadensverursacher beseitigt wurde. Wir hoffen, dass nun die dauerhafte Überflutung der Wiese für die Zukunft kein Thema mehr ist.
Der gemeinsame Auf- und Abbau des Weihnachtsmarktes durch die Veranstalter, mit Unterstützung des Bauhofes der Stadt Röbel/Müritz, hat an zwei Tagen reibungslos funktioniert. Mehr noch, ich war wirklich positiv überrascht, dass bereits am Nachmittag des darauffolgenden Montags, nichts mehr vom bunten Treiben des Wochenendes zu sehen war.
Im Jahr 2019 wurden zwei Fischereischeinprüfungen durchgeführt und 56 Personen geprüft.
Durch die Verkehrsüberwacher/in wurden bis dato 3426 Verwarnungen wegen Falschparken in der Stadt Röbel/Müritz ausgestellt.
Leider konnte die September angekündigte Baumbepflanzung in der Mirower Straße, welche ja durch Ausgleichsmaßnahmen fremdfinanziert werden sollte, nicht umgesetzt werden. Die Lage diverser Leitungen, in erster Linie von der e.dis, erschweren die Pflanzmaßnahmen erheblich, ja sie machen sinnvolle Pflanzungen unmöglich. Wenn überhaupt, kommen nur noch flachwurzelnde Bäumen in Frage, wie z.B. Kiefern, Fichten, aber auch Weiden, also Bäume, die zum einen nicht landschaftstypisch sind, zum anderen keinen Alleencharakter bieten und auch zukünftig ohne bauliche Sondermaßnahmen, Beschädigungen am Gehweg oder der Fahrbahn hervorrufen könnten.
Die Ausgleichsmaßnahmen gehen uns aber nicht verloren. Sie werden als Baumpflanzungen in der Groß Keller Trift umgesetzt. Zur genauen Standortauswahl laufen bereits Gespräche zwischen dem Umweltamt des Landkreises und unserer Baumbeauftragten im Amt.
Bis Ende Februar 2020 sollen die großen Pappeln an der Warener Chaussee (gegenüber der Shell-Tankstelle) gefällt werden. Diese stehen, durch ihren inzwischen erheblichen Stammumfang, zu dicht an der Straße und werfen generell zu viel Totholz ab.
Der ursprünglich abgelehnte Antrag zum Anlegen von Fußgängerüberwegen rund um den Kreisverkehr am Hafen, wurde nach unserem eingelegten Widerspruch nun doch genehmigt. Das heißt, wenn die Witterung es zulässt, jedoch spätestens zum Saisonbeginn, werden dort Zebra-Streifen zum Schutz der Fußgänger aber auch zur Verkehrsberuhigung aufgetragen.
Freiwilligen Feuerwehr Röbel/Müritz
Einsatzstatistik FFW Röbel/Müritz mit Stand 09.12.2019 – bislang sind die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Röbel/Müritz zu 81 Einsätzen ausgerückt. Die Freiwillige FFW Röbel/Müritz hat aktuell 83 Mitglieder. 45 sind im aktiven Dienst zu verzeichnen, davon sind 15 Frauen. Die Neuwahlen der Wehrführung der Freiwilligen Feuerwehr Röbel/Müritz finden im Februar 2020 statt. Wahlvorschläge zur Wahl des Wehrführers und des Stellvertreters können bis zum 24.01.2020 abgegeben werden. Leider gibt es noch keinen Sachstand vom Land bezüglich des Rüstwagens.
Bauamt
In diesem Bereich gibt es nach wie vor große Probleme im Bereich der Bauvorbereitung und der Bauleitplanung. Das betrifft die betreffenden Vorhaben in den Gemeinden und der Stadt gleichermaßen. Zum einen liegt das an der sich ständig ändernden und anspruchsvolleren Gesetzgebung, ungenügenden Vorarbeiten von Planern, auch wenn sie das gelegentlich abstreiten, aber auch an unseren Mitarbeitern. An letzterem arbeitet aber der Bauamtsleiter ständig.
Die Abarbeitung der Baumaßnahmen an unseren Amtsgebäuden nimmt langsam Fahrt auf. Die Arbeiten an der Heizung und dem Fahrstuhl in der Bahnhofstraße sowie diverse Kleinmaßnahmen sind abgeschlossen, die ergonomische Arbeitsplatzbeleuchtung im Rathaus ist fertig und in der Bahnhofstraße wird diese Anfang des neuen Jahres folgen. Die Maler- und Bodenbelagsarbeiten in beiden Gebäuden mussten zwei Mal ausgeschrieben werden, da sich aus Kapazitätsgründen keine Firma aus dem Amtsbereich daran beteiligt hat. Inzwischen wurden aber die Maler- und Bodenbelagsarbeiten in der Bahnhofstraße begonnen und werden auch im Januar abgeschlossen. Die Arbeiten an der Rathausfassade wurden im Amtsausschuss der vergangenen Woche vergeben und auch hier warten wir auf die entsprechende Witterung, um dieses Vorhaben schnell umsetzen zu können.
Der Breitbandausbau im Stadt- und Amtsbereich ist nach wie vor ein Sorgenkind, auf das wir überhaupt keinen Einfluss haben. Zwar wird auch bei uns überall gebuddelt, durchörtert usw., aber das sind alles Maßnahmen, die nicht zur Förderkulisse des Bundes gehören. Im aktuellen und für jedermann zugänglichen Breitband-Kartenportal des LK MSE ist zu ersehen, dass in allen Projektgebieten (MSE 23_11 / 23_13 / 22_09 / 26_05) in unserem Amt zwar sämtliche Planungs- und Ausschreibungsverfahren wesentlich oder komplett abgeschlossen sind, aber über eine Zeitschiene von konkreten Baumaßnahmen keine Auskunft gegeben wird.
Zu den aktuellen Baumaßnahmen im Stadtgebiet:
Die Bauleistungen an der MSE16, Mühlenstraße / Ludorfer Weg sind mit den zuletzt durchgeführten Pflanzungen nun komplett abgeschlossen. Insgesamt dauerte die Maßnahme anderthalb Jahre, aber ich denke, wir, die Anwohner und auch unsere Nachbarn aus der Gemeinde Südmüritz, können mit dem Ergebnis zufrieden sein. Lediglich das Problem der Oberflächenwasserableitung im Bereich vor dem Abzweig zu den Bootschuppen wartet noch auf nachträgliche Bearbeitung.
Mit den Pflanzarbeiten ist auch die Baumaßnahme Straße am Gildekamp komplett fertiggestellt. Von der Auftragsvergabe bis hin zur Fertigstellung dauerte dieses Bauvorhaben nicht mal ein halbes Jahr, wofür wir allen Beteiligten dankbar sind.
Umso ärgerlicher ist es, wenn man ansehen muss, dass einige unvernünftige Bürger auf den frisch angelegten Grünflächen parken und diese somit wieder zerstören. Nebenbei bemerkt ist das ein unerwünschtes Phänomen, welches im ganzen Stadtgebiet zu beobachten ist. Da hier unsere satzungsgemäße Parkraumbewirtschaftung nur bedingt greift, rege ich an, eine städtische Grünflächensatzung im kommenden Jahr auf den Weg zu bringen.
Auch der Bereich Wallpromenade „Am Mönchteich“, welchen wir ja bereits abschnittsweise freigegeben hatten, ist nun endgültig seiner Bestimmung übergeben worden. Viele Bürger kennen diesen Bereich ja gar nicht oder haben diesen zumindest in dieser Jahreszeit gemieden, weil es doch ein „Modderloch“ war. Jetzt lädt aber auch dieser Bereich zu einem weihnachtlichen Verdauungsspaziergang ein.
Dazu laden im Übrigen auch die ersten sechs fertiggestellten barrierefreien Übergänge in der Mühlenstraße ein. In der Hoffnung, dass hierfür das Wetter offen bleibt, denke ich, dass die Maßnahme zum kommenden Osterfest abgeschlossen ist.
ZENAPA
Mit dem am Abschlussbericht für das Amt vom 18. September, begann ja nahtlos der Übergang zu den einzelnen Quartierskonzepten.
Teilweise fanden ja schon Auftaktberatungen statt, so auch in Röbel. Damit hat der Projektabschnitt begonnen, wo Konkretes an gearbeitet werden kann und auch muss. In den Ausschüssen habe ich bereits über mögliche Umsetzungsmöglichkeiten im Stadtgebiet gesprochen. Über diese oder auch andere Ideen der Wissenschaftler wird in den nächsten Wochen beraten, so dass noch im ersten Halbjahr 2020 eine Bürgerversammlung zur Vorstellung der Ergebnisse stattfinden kann.
Bündeln wollen wir dann die einzelnen Aktivitäten unter dem Dach der MEWA. Das bedeutet, dass mit dem geplanten Wechsel in der Führung unseres Eigenbetriebes auch das Betätigungsfeld erweitert wird, aber ohne das eine mit dem anderen zu vermischen. Hierzu gab es schon diverse Gespräche, aber im kommenden Jahr müssen hier „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden.
Suche Atommüllendlager
Nach den Vorträgen von Herrn Bautz im Amtsausschuss und in der Bürgerversammlung in Wredenhagen, fand am 14. und 15. November eine sogenannte Statuskonferenz in Berlin statt, die zweite ihrer Art und die erste, zu der wir geladen wurden. Teilgenommen haben Frau Styskal, Bürgermeisterin der Gemeinde Bollewick, Amtsvorsteher Herr Pitann und ich. Geladen waren außer Vertretern der öffentlichen Hand, geologische Landesämter, aber auch selbständige Geologen, wissenschaftliche Einrichtungen und auch ein wesentlicher Anteil von Bürgerinitiativen.
Es war durchaus bemerkenswert, wie offen sich alle gaben, wie selbstkritisch und interessiert mit Anregungen, aber auch wie respektvoll selbst mit den absurdesten Wortbeiträgen umgegangen wurde. Persönlich, und das möchte ich auch so verstanden wissen, fand ich die Eröffnungsvorträge und die anschließenden Foren und Diskussionen sehr offen und für Laien ungeheuer interessant. Die Federführung im Verfahren haben zwei Bundesbehörden- oder Gesellschaften sowie das sogenannte Nationale Begleitgremium. Die Veranstaltung fand im Neubau des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit, kurz BfE, statt und nebenbei bemerkt hatte ich das Gefühl, dass das Durchschnittsalter der Bediensteten dieses Amtes bei 35 Jahren liegt. Dies ist wohl auch notwendig, denn am Ende des Verfahrens, so um das Jahr 2050, sind auch diese Mitarbeiter Rentner.
Um auch unsere Bevölkerung mehr für das „Endlagerthema“ zu sensibilisieren, wird eine vom BfE zur Verfügung gestellte Wanderausstellung in der Zeit vom 03.-14. Februar in der Scheune Bollewick installiert.
Geplant ist, dass die gesamtdeutsche „sogenannte weiße Karte“, das heißt die ausnahmslose Endlagersuche im gesamten Bundesgebiet, Ende 2020 die ersten schwarzen Flecken erhält, was bedeutet, dass diese bei der weiteren Suche unberücksichtigt bleiben. Vielleicht gilt das ja auch für unsere Region…
Abschließend möchte ich mich bei Ihnen allen für Ihr kommunalpolitisches Engagement und die zielgerichtete Zusammenarbeit zum Wohl unsere kleine, bunte Stadt bedanken und Wünsche Ihnen und Ihren Lieben erfüllte Festtage sowie einen gleichsam guten Jahreswechsel.
Andreas Sprick
Bürgermeister Röbel/Müritz
